Toskanareise (29.4.-3.5.2015)

Bereits seit mehreren Jahren zählt die mehrtägige Städtereise zu einem der Highlights im Klubjahr. Heuer fiel die Wahl aber nicht auf eine Stadt, sondern auf die fotografisch interessante Toskana. Nachdem wir uns auf einem Termin einigen konnten, begannen die Planungen. Gerald St. hat als Toskanakenner die Reiseleitung übernommen und für jeden Tag ein tolles Programm erstellt. Beim letzten Klubabend wenige Tage vor der Reise stellte Gerald St. das dichte aber schöne Programm vor.

 

Am Mittwoch ging es dann endlich los. Pünktlich um 4:50 Uhr sind wir mit vier Autos Richtung Süden aufgebrochen. Nach gut sieben Stunden haben wir Greve in Chianti erreicht. Auf der Suche nach einem Restaurant sind wir durch enge Gassen vorbei an kleinen Läden und Cafes bis zum Hauptplatz spaziert. Sofort hat uns das italienische Flair in seinen Bann gezogen. Da wir teilweise ohne  Kamera unterwegs waren, haben wir rasch ein Lokal gefunden. Mit typisch italienischen Speisen ließen wir uns verwöhnen. Nach einem kleinen Abstecher in das bekannte Spezialitätengeschäft „Antica Macelleria Falorni“ sind wir gestärkt die letzten Kilometer bis zu unserer Unterkunft angetreten. Dort haben uns bereits die Vermieter erwartet und die ganze Anlage gezeigt. Anschließend wurden die Zimmer bezogen und wir sind ohne große Verzögerung nach Radda in Chianti aufgebrochen. Zuerst haben wir den halben Supermarkt leergekauft, immerhin mussten 15 Personen bekocht und verköstigt werden. Danach durften wir endlich fotografieren gehen. Wie eine biblische Plage fiel der Knipserklub, bewaffnet mit Kamera, Objektiven und Stativ in den kleinen Ort ein. In jeder Gasse war ein Teilnehmer zu sehen. Es gab aber auch einiges zu entdecken. Die typischen italienischen Häuser, viele Details, Weinbars, die Aussicht,... Neben dem Fotografieren war uns auch das Kulinarische wichtig. So sind wir in eine kleine Weinbar eingekehrt und haben einige Gläser Chianti Classico zu einem Antipastiteller genossen. Da das Wetter recht bescheiden war, sind wir zurück in die Unterkunft gefahren. Gemeinsam haben wir dann unser Abendessen zubereitet – Spaghetti Bolognaise. Jeder hat mitgeholfen – Gemüse schneiden, Käse reiben, Tisch decken... Zum Essen haben wir dann gleich einige Flaschen Chianti Classico geleert, übers Fotografieren gesprochen und viel Spaß gehabt. Dass der Knipserklub eine große Familie ist, beweist die Tatsache, dass wir den 20. Hochzeitstag von Astrid und Michael gemeinsam gefeiert haben. Astrid hat uns mit einer super Schokotorte verwöhnt. Das Hochzeitsgeschenk von Michael an Astrid, ein Fotobuch mit 20 Jahre alten Fotos, hat dann noch für den einen oder anderen Lacher gesorgt. Da wir am nächsten Tag ein dichtes Programm geplant hatten, „mussten“ wir gegen Mitternacht schlafen gehen...

Kurz vor vier Uhr früh läutete der Wecker und wir machten uns für einen langen Tag in Florenz fertig. Nach der knapp einstündigen Anreise haben wir gegen 5:30 Uhr den Piazzale Michelangelo erreicht, von dem man einen wunderbaren Blick über Florenz hat. Sofort haben wir mit dem Fotografieren der Stadt in der blauen Stunde begonnen. Kurz vor Sonnenaufgang wurde leider die Beleuchtung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten (Ponte Vecchio, Kathedrale Santa Maria del Fiore, Intero Torre di Arnolfo) ausgeschalten, sodass wir nicht alle Motive im schönen Licht einfangen konnten. Zudem zogen dann auch noch Wolken auf und ließen den Sonnenaufgang „entfallen“. Wir haben aber so lange gewartet, bis die Sonne kurz heraus kam und die langsam erwachende Stadt stimmungsvoll beleuchtete. Durchgekühlt und hungrig machten wir uns auf die Suche nach einem Frühstückslokal für 15 Personen. Gar kein leichtes Unterfangen. Als wir endlich ein kleines Café gefunden haben, wurde es gleich vom Knipserklub für mehr als eine Stunde in Beschlag genommen. Da es als so große Gruppe fast unmöglich ist zusammenzubleiben bzw. voranzukommen, haben wir nur den Treffpunkt für das gemeinsame Mittagessen festgelegt und jeder konnte seinen Vorlieben nachgehen. In mehreren kleinen Gruppen (Gemütlich, Normal, Hardcore) sind wir dann aufgebrochen um die toskanische Großstadt durch den Sucher unserer Kameras zu erkunden. Wir spazierten, immer auf der Suche nach interessanten Motiven, von einem Highlight zum nächsten. Die Ponte Vecchio war unser erstes Ziel. Die älteste Brücke von Florenz über den Arno verbindet die Uffizien mit dem Palast der Medici und ist aufgrund der Vielzahl an Schmuckgeschäften bekannt. Das florierende Leben auf der Brücke zu fotografieren erwies sich mehr als schwierig. Unsere Route führte uns am Ufer des Arno weiter bis zu den Uffizien und zum Piazza della Signoria. Ein Großteil der Knipser bestieg den Turm vom Palazzo Vecchio um den herrlichen Blick über Florenz für die „Ewigkeit“ festzuhalten. Obwohl das Wetter nicht optimal war, kam immer wieder die Sonne durch und sorgte für stimmungsvolle Bilder. Der letzte große Fotostopp vor der Mittagspause war die Kathedrale Santa Maria del Fiore. Der beeindruckende Bau ist aber „unfotografierbar“ und erwies sich als Zicke... Der Platz vor der Kirche ist sehr eng, sodass man nur mit einem Weitwinkel die komplette Fassade aufs Bild bekommt. Dann hat man aber das Problem mit den stürzenden Linien. Von weiter hinten hat man wieder keinen freien Blick. Naja, eigentlich schaut die Kathedrale von weitem eh am besten aus. Nach diesem Desaster freuten wir uns schon auf das gemeinsame Mittagessen im Hard Rock Café. Zu gepflegter Rockmusik haben wir uns gestärkt und etwas erholt. Den Kaffee haben wir aber nicht in diesem Lokal eingenommen, sondern in einem „richtigen“ Café. Anschließend hatten wir noch zwei Stunden Zeit um durch die Straßen von Florenz zu schlendern. Da das frühe Aufstehen, der Schlafmangel und der anstrengende Tag sehr an der Substanz zehrten, fuhren 2 Autos gegen 18:30 Uhr zurück in die Unterkunft. Der Rest fuhr nochmals zum Piazzale Michelangelo um den Sonnenuntergang über den Dächern der Stadt zu fotografieren. Im Gegensatz zum Morgen war nun der Platz schon sehr gut besucht, und wir mussten uns den besten Blick auf Florenz erkämpfen. Leider war es bewölkt und so konnten wir nicht beobachten wie die Sonne hinter den Horizont verschwand. Gut 30 Minuten nach Sonnenuntergang wurde endlich die Beleuchtung der Gebäude eingeschalten und wir konnten tolle Fotos in der blauen Stunde machen. Anschließend sind wir zurück in die Unterkunft gefahren. Wir haben uns noch gestärkt, die Fotos betrachtet und das ein oder andere alkoholische Getränk zu uns genommen. Weit nach Mitternacht sind dann alle müde ins Bett gefallen.

Der Tag begann für einen Teil der Knipser wieder recht früh, ein wunderbarer Sonnenaufgang über dem Chianti-Gebiet war unser Ziel. Schlecht vorbereitet irrten wir mit 2 Autos in der Gegend auf der Suche nach dem idealen Standplatz herum. Zudem wurden die Wolken auch immer dichter und unsere Befürchtungen, keinen Sonnenstrahl zu Gesicht zu bekommen, bewahrheiteten sich leider. Um nicht ganz ohne Bilder heimzukommen, haben wir halt einfach irgendwas fotografiert ;-) Nach dem gemeinsamen Frühstück, bei dem die Stimmung nicht sonderlich gut war (schlecht geschlafen, nur kaltes Wasser zum Duschen, schlechtes Wetter,...), sind wir nach San Gimignano aufgebrochen. Dabei war der Weg das Ziel und so haben wir sehr oft einen Stopp eingelegt um die schöne Landschaft mit den Weingärten, Olivenbäumen und Häusern zu Fotografien. Als wir San Gimignano erreicht haben trauten wir unseren Augen nicht, alle Parkplätze waren besetzt. Da aber alle sehr hungrig waren, hatte niemand mehr Lust lange einen Parkplatz zu suchen und so sind wir weiter nach Certaldo gefahren. Aufgrund massiver „Unterzuckerung“ waren einige Teilnehmer schon etwas gereizt und daher wurden zwei Interessensgemeinschaften – ESSEN und FOTOGRAFIEREN gebildet. Mit dem Schrägaufzug fuhren wir in die historische Altstadt und haben diese erkundet. Die schön gepflegte Stadt bot sehr viele Motive. Vor allem die liebevollen Details ließen uns den Auslöser betätigen. Anschließend fuhren wir zu einem Aussichtspunkt von wo wir einen Blick auf San Gimignano hatten. Danach sind wir über eine „Panoramastraße“ zurück in die Unterkunft gefahren. Da es für die geplante Besichtigung des Weinguts und der Verkostung bereits zu spät war, haben wir uns vor dem Abendessen etwas ausgeruht. Beim gemeinsamen Essen in einem Weingut in der Nähe ließen wir uns von der italienischen Küche und Wein verwöhnen und die kleineren Unstimmigkeiten des Tages waren spätestens nach der zweiten Flasche Wein vergessen. In der Unterkunft haben wir dann noch bis 1:00 Uhr früh geplaudert und Cocktails getrunken.

Der letzte „volle“ Tag in der Toskana begann wieder mit Wetterschauen für den Sonnenaufgang. Da es bewölkt war sind wir wieder schlafen gegangen. Nach dem Frühstück sind wir ohne große Stopps nach Siena gefahren. Aufgrund der vielen Besucher haben wir erst gar nicht versucht als Gruppe durch die Stadt zu spazieren sondern haben gleich wieder einen Treffpunkt vereinbart, an dem wir uns nach einigen Stunden wieder treffen würden. Auch Siena bot uns unzählige Motive. Der 102m hohe Turm des Palastes und der Dom von Siena waren aus der ganzen Stadt zu sehen und führten uns durch die engen Gassen. Für fast alle war das erste Ziel der berühmte Piazza del Campo mit dem Torre del Mangia des Palazzo Pubblico. Leider hat es niemand auf den Turm geschafft, da die Wartezeiten zu lange waren. Inzwischen kam aber die Sonne raus und wir haben das rege Treiben am Palazzo Pubblico beobachtet. Beim zweiten Fixpunkt, dem Dom, hatten zumindest einige mehr Glück und haben es geschafft diesen zu besichtigen. Um 15 Uhr sind wir dann mit vollen Speicherkarten Richtung Unterkunft und Weingut Castello D’Albola aufgebrochen. Bei der Führung durch die Weinkeller haben wir einiges über den Chianti Classico erfahren. Vor allem die Größe des Gutes ist für Steirer unvorstellbar. Über 700.000 Flaschen werden jährlich produziert. Bei der anschließenden Verkostung gab es vier Weine zu probieren. Zwar konnte uns nicht jeder „Traubensaft“ überzeugen, eingekauft haben wir trotzdem. Auf der Rückfahrt haben wir das schöne Abendlicht ausgenutzt und noch einige schöne Fotos gemacht. In der Unterkunft wurde wieder gemeinsam gekocht und gegessen. Danach versuchten wir alle Vorräte, sei es Knabberzeug, Wein oder Cocktails zu „vernichten“ um für die Rückfahrt Platz zu haben. Mit einer „6m2 großen Playlist“ wurde der Abend mit den Lieblingssongs der Teilnehmer untermahlt. Jeder durfte sich seine Lieblingssongs wünschen und es wurden Stücke von Queen, Metallica, The Airborne Toxic Event als auch die Highlights des Austropop gespielt. Exponentiell zum Alkoholspiegel sank leider der Musikgeschmack in den Keller. Bei Songs von Helene Fischer, Biene Maja oder Heidi (speziell für unser Schweizer Mitglied) wurde Einigen die Entscheidung schlafen zu gehen erleichtert. Gegen 1 Uhr wurde der Abend mit „Wer hat an der Uhr gedreht“ beendet.

Der Abreisetag wurde wieder mit einem gemeinsamen Frühstück begonnen. Anschließend wurde die Autos für die Heimreise gepackt und das überfällige Gruppenfoto gemacht. Nach einem kurzen Stopp in Greve ging es ohne weitere Pause Richtung Graz.


Nach fünf anstrengenden Tagen ging ein schöner aber nicht immer ganz einfacher Ausflug zu Ende.

Teilnehmer:

- Peter Reiter

- Reinhard Brandner

- Michael Geramb

- Astrid Geramb

- Sarah Gugl

- Ralf Wild

- Manuela Wild

- Martin Wild

- Conny Eckert

- Werner Luttenberger

- Gerald Still

- Joachim Gründler

- Petra Gründler

- Marion Aninger

- Gerald Jagersbacher

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