Der schon länger geplante und von Esther organisierte Ausflug ins Österreichische Freilichtmuseum Stübing fand am Samstag statt. Trotz einiger kurzfristiger Absagen sind 11 motivierte Teilnehmer gekommen.
Um 9:45 Uhr wurden wir am Eingang von Dominik empfangen, der uns zunächst eine spannende Einführung in die Geschichte des Museums gab. Das Freilichtmuseum wurde 1962 als gesamtösterreichisches Kulturprojekt gegründet und 1970 eröffnet. Heute zählt es zu den größten zentralen Freilichtmuseen Europas und beherbergt über 100 historische bäuerliche Bauten aus ganz Österreich, die entlang des Museumstals nach den einzelnen Bundesländern angeordnet sind.
Anschließend starteten wir unseren Rundgang. Allerdings kamen wir deutlich langsamer voran als geplant. Einerseits wusste Dominik zu jedem Gebäude interessante Geschichten, Anekdoten und Hintergrundinformationen zu erzählen, andererseits bot sich hinter jeder Wegbiegung ein neues fotografisches Motiv. Besonders spannend war, dass wir auch einige normalerweise nicht zugängliche Bereiche betreten durften und dadurch noch tiefer in die Vergangenheit eintauchen konnten.
Fotografisch hatte das Museum unglaublich viel zu bieten. Das Spiel von Licht und Schatten, die stimmungsvollen Innenräume, verwitterte Holzbalken, historische Werkzeuge und unzählige liebevolle Details ließen die Kameras auf Hochtouren laufen. Gleichzeitig wurden wir auch technisch gefordert. Während draußen die Sonne beinahe im Zenit stand und hohe Kontraste zwischen Licht und Schatten erzeugte, drang in den alten Häusern oft nur spärliches Licht durch die kleinen Fenster. Nicht selten kamen dabei sowohl Fotografen als auch Kamerasensoren an ihre Grenzen.
Ursprünglich war der Fotospaziergang auf drei bis vier Stunden angesetzt. Nach vier Stunden hatten wir es allerdings gerade einmal bis zum Gasthaus in der Mitte des weitläufigen Geländes geschafft. Dort stärkten wir uns bei einer wohlverdienten Pause mit traditionellen Speisen und tauschten erste Eindrücke aus.
Nach dem Mittagessen waren die Beine schon etwas schwerer geworden und auch die Motive sind uns nicht mehr so ins Auge gesprungen, dennoch ließen wir uns den beeindruckenden Vierkanthof mit seinen liebevoll erhaltenen Möbelstücken und historischen Einrichtungsgegenständen nicht entgehen. Inzwischen hatten sich aber auch Regenwolken vor die Sonne geschoben. Doch Dominiks Begeisterung für die Geschichte und Kultur des ländlichen Österreichs war ansteckend. Statt den direkten Weg zum Ausgang zu wählen, machten wir noch einen Abstecher nach „Tirol“ und besichtigten den Hanslerhof.
Die ersten Regentropfen nahmen uns die Entscheidung ab, ob wir noch ein weiteres historisches Gebäude besuchten. Den Rückweg traten wir daher etwas zügiger an. Kurz nach 16 Uhr endete schließlich ein abwechslungsreicher und äußerst informativer Fotospaziergang mit vielen gelungenen Bildern und vielen neuen Eindrücken.
Ein besonderer Dank gilt Esther für die perfekte Organisation dieses Ausfluges. Ebenso möchten wir uns bei Dominik bedanken, der uns mit seinem Fachwissen, seinen Geschichten und zahlreichen Anekdoten auf eine faszinierende Reise in die Vergangenheit mitgenommen hat. Und ganz nebenbei wissen wir jetzt auch, was ein „Suppenbrunzer“ ist.
